Die E-Klasse-Baureihe 210 löste im Jahr 1995 die Baureihe (im Folgenden kurz: BR) 124 ab und wurde bis zum Jahr 2002 (T-Modell: 2003) hergestellt, als die Nachfolge-Baureihe 211 anlief. Im Vergleich zur BR 124 bieten sowohl die Limousine als auch das T-Modell grosszügigere Platzverhältnisse, bessere und umfassendere Sicherheitsausstattung, ein ausgewogenes und stabilieres Fahrwerk und eine grössere Anzahl an nützlichen Zusatzoptionen.

Bei Einführung der BR 210 wurden zunächst einige Motoren übernommen, die auch in der Vorgänger-Baureihe zum Einsatz kamen, wie z.B. die Reihensechszylinder im E280 und E320. Im Laufe des Produktionszeitraumes wurde jedoch der Wechsel auf eine neuere Motorengeneration vollzogen, sowohl bei den Benzinern als auch bei den Dieseln. Anders als bei der BR 124 wurden bei der BR 210 — abgesehen von Sonderaufbauten und Spezialanfertigungen — lediglich die Karosserieformen Limousine und T-Modell angeboten, also kein Cabriolet und kein Coupé. Die erste Generation des Mercedes-Benz CLK (BR 209), die viele optische Gestaltungselemente der E-Klasse aufgriff, basierte auf der technischen Basis der C-Klasse (so wie es auch beim Coupé und Cabriolet der aktuellen E-Klasse (BR 212) der Fall ist (Coupé und Cabriolet laufen als BR 207)).

Die Motorisierungen reichten von schmalbrüstigen E220 Diesel bis zum kräftigen E430 mit dem aus der S-Klasse bekannten Achtzylinder-Motor. AMG steuerte zudem den E36 AMG, E50 AMG, E60 AMG und E55 AMG bei, wobei die ersten drei Modelle nur vor der Modellpflege angeboten wurden und der E55 bereits den E50 und E60 vor der Modellpflege ablöste.

Auf Grund teilweise katastrophaler Rostneigung bei vielen (nicht allen!) Fahrzeugen hat die Baureihe 210 heute nur eine vergleichsweise überschaubere Anhängerschaft. Dabei vereint gerade diese Baureihe viele traditionelle Tugenden, die Mercedes groß gemacht haben. So sind einige traditionelle Designelemente und technische Lösungen enthalten, die bei den Nachfolge-Baureihen verschwanden, wie z.B. die klassische Farbgebung im Kombiinstrument und der Einarmwischer. Des Weiteren ist das ganze Fahrzeug auf Komfort ausgelegt, was insbesondere in den Ausstattungslinien Classic und Elegance zum tragen kam, während neure Baureihen überwiegend härter, zum Teil deutlich härter ausgelegt sind.

Viele der schlimmen Rostlauben sind inzwischen von mitteleuropäischen Straßen verschwunden. Die übrig gebliebenden Exemplare stehen häufig ausgesprochen gut dar. Auch zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels (2013) stellen 210er in manchen deutschen Städten nicht wenige der Taxis dar (in z.B. Aachen und Berlin scheint der 210er noch gut vertreten). Abgesehen vom Rost war die Baureihe nämlich robust kontruiert. Solche Fahrzeuge also, die nicht von der Rostseuche befallen sind, sind überaus zuverlässige Fahrzeuge, nach denen es sich zu suchen lohnt.

Die Kaufpreise für 210er sind im Keller angelangt, weil die Nachfrage relativ gering ist. Das betrifft auch bestens gepflegte Fahrzeuge. Es ist also möglich, für wenig Geld ein geräumiges, stabiles, schnelles, komfortables und gleichzeitig relativ effizientes Fahrzeug zu kaufen. Auch kommt so der eine oder andere Fahrer eher durch Zufall zur Baureihe und findet seine Liebe auf den zweiten Blick. Werfen Sie einen Blick in die (kostenlose) Kaufberatung!